#7: Hiroshima
In Hiroshima angekommen ging es nach kurzem Auspacken direkt los zu einem kleinen Okonomiyaki-Laden in der Nähe. Das Restaurant war nur ein einziger kleiner Raum in einem recht ruhigen Eck und wurde von einer lieben älteren Dame betrieben. Wir hatten Glück, dass noch etwas frei war, denn 4 Plätze waren schon reserviert, aber wir konnten noch im Eck Platz nehmen. Vom Ambiente her fühlte es sich mehr an wie bei Oma zuhause und nicht wirklich wie in einem Restaurant.
Unsere Unterkunft war eine sehr klassische japanische Wohnung. Im Hauptraum gab es Tatami-Matten am Boden, dünne Futon-Matratzen zum Schlafen und einen niedrigen Holztisch in der Mitte, an dem man im Schneidersitz sitzt. Dank den Lehnen ist das dann auch echt gemütlich und man hat direkt das Bedürfnis Tee zu trinken.
Spannend war auch das Badezimmer, das anders aufgebaut ist als bei uns. Vorne am Eingang ist der Duschbereich, in dem man sich erstmal gründlich abwäscht. Erst danach steigt man sauber in die nebenstehende Badewanne zum Entspannen. Das Wasser kann so auch von mehreren Personen nacheinander genutzt werden, weil es sauber bleibt. Soweit die Theorie - wir haben uns aber einfach nur vorne geduscht, was sich dann irgendwie ungewohnt angefühlt hat, weil man neben und nicht in der Badewanne steht.
Am nächsten Morgen gab es ein Sandwich-Frühstück mit Suppe, Pommes und Kaffee, was jetzt so im Nachhinein schon etwas wild klingt, aber doch echt lecker war. Direkt danach haben wir noch in einer kleinen Bäckerei vorbeigeschaut, die wunderschön dekorierte Zitronen-Tartes macht. Die Inseln um Hiroshima sind für ihren Zitronen-Anbau bekannt, weshalb man sie hier öfters in allen möglichen Leckereien findet.
Frisch gestärkt ging es zum Hiroshima Peace Memorial Museum. Schon auf dem Weg dorthin sieht man den ikonischen Atombombendom über die Bäume am Fluss ragen.
Das Museum selbst zeigte wirklich sehr eindringlich die Geschichte der Hiroshima-Atombombe und der Opfer. Schon der Eingangsbereich mit einem riesigen Panoramabild der zerstörten Stadt nach dem Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 lässt einen sprachlos. Im weiteren Verlauf werden persönliche Geschichten und Gegenstände der Opfer gezeigt. Da ist von teilweise verbrannter Kleidung bis zu den übrig gebliebenen “Schatten” der Opfer wirklich alles dabei. Das nimmt einen natürlich mit und wir mussten das danach erst einmal etwas verarbeiten.
Direkt neben dem Museum steht der Cenotaph, ein Wort, das uns bis dahin auch kein Begriff war. Ein Cenotaph (oder Kenotaph) ist ein leeres Ehrengrab für Personen, deren sterbliche Überreste nicht (mehr) auffindbar sind. Durch den Bogen hindurch blickt man auf die ewige Friedensflamme und im Hintergrund auf den Atombombendom. Im Park steht außerdem das Kinder-Friedensdenkmal, an dem unzählige Origami-Kraniche aus aller Welt aufgehängt sind.
Den Park verlässt man dann über die Brücke direkt am Atombombendom (Genbaku Dome) selbst. Das Gebäude stand fast direkt unter dem Hypozentrum der Explosion und ist eine der wenigen Strukturen die annähernd stehen geblieben sind. Heute ist die Ruine als Mahnmal Teil des UNESCO-Welterbes.
Nach dem harten Tobak und einer kleinen Kaffeepause schlenderten wir etwas durch die sehr moderne Innenstadt.
Der nächste Stopp wäre eigentlich die Burg Hiroshima gewesen, die aber noch ein paar Tage geschlossen hatte, weil sie gerade renoviert wurde.
Der nahegelegene Shukkei-en Garten, dessen Name so viel wie “Miniaturlandschaft” bedeutet, hat dafür abgeliefert. Auf relativ kleinem Raum sind dort verschiedene Landschaften nachgebildet. Es gibt kleine Inseln, eine große Brücke in der Mitte, einen Bambuswald, eine Hütte am Wasser und vieles mehr zu entdecken. Alles war sehr schön und liebevoll angelegt und man hat sich schon immer auf den nächsten Abschnitt gefreut.
Auch an diesem Tag durfte Okonomiyaki nicht fehlen, denn es könnte ja Glück gewesen sein, dass die hier so lecker sind. Es ist schon sehr unterhaltsam den Köchen bei ihrer Arbeit zuzusehen. Und am Ende stellte sich heraus: Hiroshima-style Okonomiyaki kann man mindestens 2 Mal essen!

































